Manchmal habe ich keinen Bock auf meinen Prozess

von | Mrz 2, 2021 | 0 Kommentare

Oder: Wie ich dann doch den roten Faden in meiner Businessstruktur gefunden habe.

Manchmal habe ich einfach keinen Bock auf meinen eigenen Prozess. Vor allen Dingen, wenn ich mich erst vor ein paar Wochen damit beschäftigt habe. Und vor allen Dingen, wenn er lang ist und ich ahne, dass er mich aus meiner Komfortzone bringen wird. Dieses ständige Hinterfragen. Schon wieder tief Bohren. Kann nicht mal was so bleiben? Kann ich nicht einfach den Kopf in den Sand stecken?

Meine Businessstruktur hatte ich mir diesmal kreativ, dh. zeichnerisch erschlossen. Ich schau da regelmäßig mal hin und dachte, dass ich diesmal schön schnell fertig bin. Die Zeichnung mit dem Haus war fertig und sah so toll aus. Alle Businessthemen hatten darin ihren Platz. Der blöde Prozess wollte aber noch weiter. Denn die Zeichnung war nur der Anfang.

Dabei wäre es mir am liebsten gewesen, wenn der Entwurf meines Business-Hauses schon das Non-Plus-Ultra gewesen wäre. Es war soooo schön und sooo easy. Die olle Wolke, die da noch zu spüren war, konnte mir gestohlen bleiben. Die gehörte gar nicht dazu. Die kam bestimmt von der allgemeinen Unsicherheit. 

Mit Wachsstiften Businessthemen erarbeiten

In Wahrheit hatte die Wolke Fragen: 

  • Warum diese Aufteilung?
  • Was bedeuten die einzelnen Teile?
  • Wofür stehen sie?
  • So wie sie jetzt da stehen, kann ich nichts mit anfangen.

Aber erstmal bin ich schön fröhlich weitergehüpft. 

Ist ja nicht so, dass ich in meinen Coachings genau weiß, 

  • dass ein Entwicklungsprozess in Wellen verläuft, 
  • dass mehrere Puzzleteile auf verschiedenen Ebenen zusammenkommen und
  • dass verschiedene Blickwinkel helfen, das Verständnis zu vertiefen und Wandlung zu bewirken

und dass es eben ein Prozess ist, bis sich das Ergebnis frei und beseelt und wahrhaftig anfühlt. 

Weglaufen hilft nicht

Naja. Jedenfalls hatte mich die Wolke dann doch. Mir fiel zum Glück wieder ein, dass ich spielen könnte, um mit meinen Businessthemen weiter in Kontakt zu kommen. Unglaublicher Einfall als FreySpielCoach (Ironie off). Manchmal dauerts bei mir auch ein bisschen länger. 

Habe ich also gemacht. War schmerzhaft. Warum? 

  • Weil sich einige fiese Glaubenssätze gezeigt haben, die da gar nicht mehr sein dürfen, 
  • Weil ich meine Bitterkeit verdrängt hatte. Ich wollte sie nicht sehen, obwohl sie mich zuverlässig daran erinnert, dass ich vom Weg abgekommen bin (Projektor lässt grüßen),
  • weil ich mich wieder mit weniger zufrieden geben wollte und Raum abgegeben habe,
  • weil ich zuviel im Kopf war in letzter Zeit,
  • weil ich wieder meine Einzigartigkeit verstecken wollte und mich gleichzeitig abgetrennt gefühlt habe von den anderen, 
  • weil ich dachte, meinen Wert beweisen zu müssen und dabei war, ein Hamsterrad zu erschaffen
  • weil ich erkannte, dass ich wieder dem Irrglauben aufgesessen war, ich müsste nichts für mich tun, nicht achtsam und wertschätzend sein – es läuft ja alles. 
Spielfeld mit Gegenständen, Glaubenssätzen und Intentionen.

Manno. Hört das denn nie auf? Wieder so ein Batzen Persönlichkeitsarbeit

Ist ja nicht so, dass für mich das Business das größte Potential zur Bewusstwerdung und Selbstermächtigung hat (neben Kindern). Und, dass ich mit dieser Überzeugung in jedes Coaching gehe. Bei mir selbst ist das öfter mal nicht so klar.

Deshalb bin ich immer wieder überrascht, wenn ich mit meinen eigenen Businessfragen bei persönlichen Themen lande. 

Also durchgeatmet und hingeschaut. Gesprochen, gespielt, gefühlt. Die ganze Palette. In diesem Spiel wurde mir klar:

  • wie wichtig meine Stunde am Morgen ist und, dass ich sie mir zurückhole
  • wie wichtig es ist, bei meiner Stimme, meinen Worten und meinem Bild von Weisheit zu bleiben (don’t copy anyones strategy)
  • wie wichtig es ist, in meinem Business ich selbst zu sein und zu zeigen, was das für mich bedeutet
  • dass M***f*** ein Verbundenheits-Killer ist
  • Und sowieso, dass ich alles jederzeit ändern kann und alles in mir ist. An diesem Punkt löst sich die Wolke auf. Weil ich die Weite gespürt habe. Es fühlt sich dann so selbstverständlich an, dass ich alles so gestalten kann wie ich will und dass ich ein bisschen warten muss bis ich die nächste Einladung zum Weitermachen bekomme. In der Zwischenzeit mach ich dann  z.B. Organisatorisches.

Ein paar Tage später kam sie. 

Das Geschenk dahinter

Meine erste Morgenmediation nach zwei Wochen – Ich feiere morgens gerade so sehr die Verbindung mit der Erde – Da spüre ich plötzlich, wie sich einige Seelen zu mir gesellen. Ich saß mit meinen Kundinnen im Kreis. Wir reichten einander die Hände und ich spürte, welch ungeheure Kraft von ihnen ausging und welch Schönheit jede einzelne Seele von ihnen war. Ich spürte, was sie für mich sind und ich für sie. Ich spürte, dass wir auf einem gemeinsamen Weg sind, dass wir alle aus einem Grund hier sind. Wir wissen, da ist mehr und wir gehen unbeirrt in diese Richtung. Wir stellen uns all dem, was uns begegnet und stützen uns dabei. Jede mit ihrer Einzigartigkeit. Es war so berührend und magisch. Ich hab richtig gebadet in dieser Verbindung.

Verbundenheit channeln.

Und wie von Zauberhand hat sich das Zusammenwirken aller der Teile in meinem Businesshaus gezeigt. Sie waren da, weil ich so meinem und dem gemeinsamen Weg folgen kann: 

  • Seele und Mensch sein, heilen
  • Einzigartigkeit und Verbundenheit feiern
  • der ureigenen Lebensfreude nachgehen
  • die Erde und das Sein von allem feiern 

Konkret hieß das für mich: 

  1. Das Dach ist und bleibt meine Lebensfreude. An ihr richte ich alles aus. Lebensfreude leben ist für mich kein Eierkuchen. Lebensfreude leben ist für mich das Annehmen und Wertschätzen von allem, was sich im Leben zeigt, unabhängig davon, was ich glaube, darüber zu wissen oder, was mir meine Konditionierung sagt. Ich bin eine Schülerin in dieser Hinsicht und ich bin unendlich dankbar, die Liebe dazu gefunden zu haben. 
  1. Der zentrale Eingangsbereich ist das Schreiben. Er muss es sein (verstecken gilt nicht mehr). Denn er ist ein Quell und Ausdruck meiner:
  • Weisheit
  • Verantwortung
  • Kreativität 
  • und Freude.
  1. Der Salon ist für meine Klientinnen. Er ist ein Schmuckstück, ein Kleinod quasi. Ausgestattet, um Magie zu ermöglichen. In ihm kann ich mit all meinem Sein, all meinen Kanälen und all meiner Freude wirken. In ihm empfange ich diese tollen Frauen und wir bringen alles ins Fließen. 
Ein Outdoor-Salon für meine Kundinnen.

Der Salon schenkt mir:

  • die Möglichkeit, Menschen in ihrem Sein zu erkennen 
  • die Möglichkeit, in eine tiefe Verbindung ihnen zu gehen
  • Tiefe ohne Drama zu erleben,
  • brainfood leaded by heart zu bekommen und 
  • sakrale Energie zu tanken.
  1. Das linke Zimmer gehört dem Familienleben. Und für mich war es dann so logisch. Business und Leben ist für mich nicht getrennt. Deswegen gehört das Familienleben in dieses Haus. Und alles zusammen gehört unter die Lebensfreude. 

Diese Zimmer zeigt 

  • dass das Leben wirklich und wahrhaftig zu meinem Business gehört
  • weil es seine Energie beisteuert
  • weil es als Regulativ fungiert und verhindert, dass ein Hamsterrad entsteht
  • weil es Heilung ist und Schutz
  • weil es Liebe ist 
  • und Körper.
  1. Das FreySpiel darf in all diesen Räumen sein und Bewegung hineinbringen.  
Nun ist das Haus gefüllt mit Warums und Wies und Verbindung und Freude.

All diese Teile gehören zusammen. Wie ein Uhrenwerk eigentlich. All diese Teile zeigen, wie ich arbeiten will und warum das für mich so ist. Und ich liebe genau das. Ich will genau das leben. Jetzt.

Dein Business – ein rhythmisches Wesen

Ich glaube, es geht letztlich darum, zu erkennen, dass das Business irgendwie auch ein rhythmisches Wesen ist. Mit Hochs und Tiefs. Mit Klarheit und Chaos. Und dass wir die Fragen und Themen, die sich zeigen, dafür nutzen können, zu wachsen und vor allen Dingen, immer mehr dahin zu kommen, dass wir leben, was wir wirklich wollen. 

Und deswegen ist dann so, wie in allen Bereichen. Hinschauen und nicht weglaufen.

Möglichkeiten schaffen:

  • wo die Seele frei sein kann,
  • wo sich Themen zeigen dürfen
  • und Fragen
  • und wo Antworten entstehen können. 

Bei mir ist das:

  • im FreySpiel
  • in der Meditation
  • bei einem Waldspaziergang
  • unter der Dusche.

Ist das nicht wahnsinnig schön, so ein Prozess? Warum hatte ich da nochmal keine Lust drauf?

Und wo wir gerade dabei sind: die nächsten Fragen stehen schon vor der Tür. Ich bin gespannt.

Autorin Anja Futter

Businessmentorin

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