Wahrhaftigkeit. Mein Wort für 2021

von | Jan 28, 2021 | 2 Kommentare

Ich weiß gar nicht mehr, bei wem ich zuerst davon gehört habe, dass man ein ganzes Jahr unter ein Motto stellen kann. Aber ich weiß, dass mir dieser Gedanke Angst gemacht hat. Warum? Weil ich mich dann festlegen muss. Wenn es zu schwierig ist oder nicht passt oder ich es nicht einhalten kann, dann hab ich mir wieder selbst ein Ei gelegt. Dachte ich. Richtig vergessen konnte ich es nicht mehr. Und ich steh auch einfach total drauf, mutig zu sein und aus der Komfortzone rauszugehen.

Könnte gut werden.

Portrait der Autorin Anja Futter

Also habe ich erstmal mit ein paar Wörtern rumgespielt. Die Zeit im Dezember war eh super intensiv. Das heißt, mir kamen überall Ideen: beim Yoga, beim Kochen, spazieren gehen, meditieren. Weiblichkeit war das erste, was mich gepackt hat. Für mich eins der herausfordernsten Themen. Irgendwie spürte ich, dass jetzt mehr Raum da ist und, dass die richtigen Menschen dafür in meinem Leben sind. Dann hab ich von einer Coachin, die ich sehr schätze, gehört, wie Weiblichkeit und Erfolg im Business zusammengehören. Noch eine passende Tarotkarte zu dem Thema und ein paar Entdeckungen an meinem Zyklus und mir wurde klar, das meine Weiblichkeit definitiv nicht bis zum Jahr 2021 warten wollte.

Als nächstes bin ich bei der Intuition hängen geblieben. Der inneren Stimme wirklich folgen, ist eigentlich ein geheimer Wunschtraum von mir. Es muss gar kein Traum bleiben. Ich höre ja die Stimme. Während eines Spiels kam mir eine ganz intensive Eingebung und ich bin ihr gefolgt. Bedeutete, dass ich Fragen stellte, wo es nicht vereinbart war. Mit einem berührenden Ergebnis. Das war so ein cooles Gefühl. Das will ich öfter haben und es nicht mehr aus den Augen verlieren. Also wichtiges Wort.

Dann war noch Vertrauen im Rennen. Dabei ist mir ziemlich schnell klar geworden, wie stark ich in 2020 schon ins Vertrauen gegangen war. Ins Vertrauen ins Leben, in den Moment. Wie wenig ich gefühlt in die Zukunft schiebe, wie wenig intensiv ich in der Vergangenheit hänge. Wie wenig ich kontrollieren muss. Wie viele Situationen ich nehme wie sie sind. Wieviel Weite ich im Moment finde. Die Umstände 2020 haben diesen Prozess vereinfacht und beschleunigt. Oft gab es einfach keine Wahl. Es hat sich manchmal angefühlt, als wenn ich tief in die Verzweiflung und Ohnmacht hineingedrückt werde. Ganz fest. So, dass ich nicht anders konnte als aufgeben, um dann frei und losgelöst auf der andere Seite wieder herauszukommen. Und das ist für mich das ultimative Vertrauen ins Leben. Mir ist klar geworden, wie sehr ich das Leben inzwischen liebe. Unglaublich, mich das sagen zu hören. Mit meinen jahrelangen Depressionen. Das ist erst durch dieses Vertrauen möglich geworden. Also es ist auch wichtiges Wort. Und ein Wort, das schon einen großen Platz in meinem Leben hat.

Um die Verwirrung komplett zu machen, bekam ich von einem Orakel das Wort Streben. Was ein wundervolles Wort. Nicht. Und außerdem hat es gar keinen Inhalt. Nicht wirklich. Bis ich darauf kam, dass es auch ein Verb sein kann und ich es mit einem anderen Wort kombinieren könnte. Okay. Erstmal wegschieben, vielleicht findet sich noch ein Plätzchen.

Ich glaube es war in einer Meditation als die Wahrhaftigkeit zu mir kam. Und ich glaube, es hat sich wahrhaftig zusammengebraut. Das stärkste und herausfordernste Wort, was für mich gerade möglich ist. Es ist beides zugleich. Stark und leuchtend und gleichzeitig schwer und ernst. Wie soll das mit Freude und Leichtigkeit zusammengehen? Ich will nicht wieder so schwer und kompliziert werden. Ich will nicht vor Gericht stehen, mich rechtfertigen müssen.

Was ist eigentlich Wahrhaftigkeit?

Mir fallen tausend Sachen ein. Ich versuchs deswegen nochmal anders.

Warum will ich Wahrhaftigkeit?

Weil ich mich komplett lieben will.

Weil ich mich nicht mehr verstecken will; was nicht heißt, dass ich mein Leben offenlege.

Weil ich zeigen will, dass ich der Wandel bin. So wie viele andere Menschen auch. Weil ich wirklich wirklich den Wandel will und der eben nun mal bei mir beginnt. Demonstrare (Latein-Love). Ich will, dass jeder es sehen kann. Auch ich. Dass ich es fühlen kann. Meine Wahrheit leben.

Und weil ich den Spagat schaffen will. Oder ist auflösen das bessere Wort? Den Spagat zwischen meiner subjektiven Wahrnehmung und Wahrheit und dem Wandel, den ich mir für die Welt, eben für alle wünsche. Was wünschen denn alle? Das kann ich nicht wissen. Vielleicht geht darum, dass ich meine Wahrheit lebe und dann sehe, wie sich um mich herum Dinge, Situationen und Menschen ändern, nähern oder entfernen.

Und weil ich achtsamer sein will, mit dem, was ich wahrnehme und dem, was ich dann für Wahr nehme. Es da sein lassen, ohne Bewertung, ohne Schublade, ohne Allgemeingültigkeit. Es da sein lassen neben meiner Wahrheit. Anerkennen, dass ich nichts weiß.

Weil ich Wahrhaftig Sein will. Meine wahrhaftige Natur leben. Körper sein. Mensch sein. Seele sein. Wahrnehmen und annehmen was ist, wer ich bin. Manchmal in Freude oder enthusiastisch, manchmal einfach “nur” bereitwillig.

Und weil ich meine Bedürfnisse zu meiner Wahrhaftigkeit werden lassen will. Die Bedürfnisse meines Körpers und meiner Seele und meines Geistes. Nicht meines Egos. Oder, wenn dann bewusst. Die Feinheiten zwischen all dem finden. Oder vielleicht darauf kommen, dass sie nicht nötig sind. Ehrlicher und genauer auswählen jedenfalls, zu wem oder was meine Energie geht. Dazu stehen. Uiuiui, das wird eine Challenge definitiv. Gut, dass ich mich jetzt dazu verpflichte.

Eine Menge zum Erfahren, Nachspüren und Erkennen ist das. Jetzt, wo ich das so schreibe, fühle ich: ja, das ist mein Wort für dieses Jahr. Und meine Weiblichkeit, mein Vertrauen und meine Intuition werden mir dabei helfen. Ich freue mich unendlich darauf, was dadurch alles passieren wird, was sich für “Zufälle” ergeben werden. Zu wem ich dadurch werde. Auf jeden Fall zeigt mir die Menge an Fragen, dass es Potential gibt. Dass das einiges in Bewegung bringen könnte.

Was ist dadurch anders?

Ich texte persönlicher. Ungefiltert. Mutig. Ich bin mehr in meinem Rhythmus. Unabhängig von dem, was so erwartet wird. Ich habe Zeit mit mir und mit inspirierenden und spannenden Menschen, mit meinen Soulmates. Intensivere Coachings gibt es. Intensives Spiel. Radikalere Entscheidungen. Fülle. Freude. Liebe. Das Jetzt. Das Leben. Und Liebe nochmal. Weil sie so schön ist. Und so essentiell. Weil sie einfach alles ist.

Was wird im Dezember 2021 sein?

Ich schreibe mal dazu, was herauskam als ich das Wort gespielt habe.

“Nach Wahrhaftigkeit streben fühlt sich ungewohnt und unhandlich an. Ich weiß nicht, wie ich mich bewegen soll und gleichzeitig ist es enorm kraftvoll, strahlend und nah. Mit der Zeit gewinnt der Umgang damit an Dynamik und füllt mehr und mehr Räume aus. Eine intensive Strahlkraft wird spürbar. Ein komplett neues Erleben. Unglaublich stark und sicher. Fülle, die sich natürlich anfühlt. Meilenweit entfernt vom Beginn. Es gibt kein Zurück mehr. Eine neue Version von mir.

Wahrhaftig. Ich freu mich drauf.

Autorin Anja Futter

Businessmentorin

Kommentare

2 Comments

2 Kommentare

  1. Esther Schnidrig

    Anja, ich sags gefühlt zum millionsten Mal, aber ich liebe deine Texte, deine Gedanken, deine Sichtbarkeit, deine Wahrhaftigkeit, die ich schon so sehr spüre, auf allen Bahnen, auf denen wir verbunden sind. Welche Fügung dich auch immer in meine Welt gespült hat, ich bin ihr so dankbar.

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    • Anja Futter

      Liebe Esther, ich danke Dir so sehr für Deine Worte und Deinen Weg und Dein Sein. Es ist einfach grandios, was passiert, wenn wir uns verletzlich zeigen und wahrhaftig. Wir ermöglichen uns all das gegenseitig. Ich liebe das unendlich.

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